Regula Heinzelmann

16. Dezember 2020

 Der Weihnachtsstreik

 Am Morgen des 25. Dezember 2020 erwachte Angela Merkel, weil ein sonderbares Geräusch an ihre Ohren drang. Es klang wie Gluckern und Plätschern. „Wer macht denn da so einen Krach an Weihnachten am Morgen in der Früh“, dachte sie empört, „jetzt wo ich mich von meiner anstrengenden Regierungsarbeit endlich mal etwas erholen könnte.“ Sie rutschte aus dem Bett - der Boden war feucht – und tapste aus dem Schlafzimmer. Es war draussen noch stockdunkel. Sie versuchte, Licht anzumachen, es funktionierte nicht. Eine Taschenlampe hatte sie immer griffbereit und so konnte sie nachschauen, was los war. Am Boden breitete sich Wasser aus, offensichtlich war eine Wasserleitung geplatzt, das kommt in Berlin nicht selten vor. Sie ging zu ihrem Mann, rüttelte ihn wach und erklärte, was los war. „So ruf doch den Notfalldienst und lass mich weiterschlafen“, brummte er. Sie griff nach dem Handy und tippte auf die nächstbeste Notfallnummer. „Tut uns leid, wir arbeiten im Moment nicht“, ertönte eine liebliche Stimme. „Die Politiker und viele Bürger – äh - innen wollen es so, wir sind im Lockdown und bleiben zu Hause. Bitte melden Sie sich wieder, wenn dieser vorbei ist. Frohe Weihnachten!“ – „Einige Leute haben einen sonderbaren Humor“, dachte Angela Merkel und wählte die nächste Nummer. Da meldete sich eine energische Stimme: „Hallo, wir streiken. Wir geben den Leuten, was sie wollen: Den totalen Lockdown! Viel Spass!“ Immer nervöser suchte Angela nach weiteren Notfallnummern, aber überall kamen ähnliche Erklärungen, man bleibe zu Hause, man streike, wenn schon Lockdown, dann konsequent, man stehe in nächster Zeit nicht zur Verfügung und so weiter. Am Schluss versuchte sie es bei der Polizei, dort kam nur das Besetztzeichen.

 Inzwischen war Joachim Sauer, Angelas Mann auch aufgestanden. Im Schlafrock und Pantoffeln schlurfte er in die Küche und wollte Kaffee machen. Natürlich funktionierte die Kaffeemaschine nicht. Joachim suchte nach Instantkaffee, fand aber keinen. „Angela, wo bekommen wir jetzt einen Kaffee her? Die Läden haben ja geschlossen“, brummte er verdriesslich. „Du mit deinem Kaffee, das ist jetzt wirklich nicht so wichtig. Einen Handwerker brauchen wir, aber keiner ist zu erreichen. Die behaupten alle, dass sie streiken oder zu Hause sind. Die können später was erleben… Ich ruf mal beim Seehofer, versuch Du den Müller zu erreichen. Als Bürgermeister ist er ja für Notfalldienste zuständig.“ Sie taten es und erfuhren, dass beide auch einen Wasserschaden hätten, der Strom nicht funktioniere und kein Notfalldienst zu erreichen sei. Ziemlich ratlos sahen Angela und Joachim sich an. Sie froren, denn auch die Heizung funktionierte natürlich nicht mehr.

Plötzlich ertönte ein sonderbares Surren vor dem Fenster, dazu das Weihnachtslied „Morgen Kinder wird´s was geben… „ Angela guckte aus dem Fenster und sah ein merkwürdiges Fluggerät. Es sah aus wie eine Riesendrohne mit vier Antrieben unten und hatte eine Aufschrift „Weihnachtsmanns elektronisches Rentier“. Angela erschrak. Sie dachte an ein Attentat, verrückte Querdenker, Terroristen … „Da trat ein Mann durch die Haustür“. Er war gross und kräftig, trug einen Blaumann und einen Koffer, wirkte aber nicht wie ein Handwerker, sondern eher majestätisch. „Keine Angst“, sagte er mit tiefer, angenehmer Stimme, „es ist nicht so, wie Du fürchtest, Angela.“ – „Woher wollen Sie denn wissen, dass ich mich fürchte“, fauchte Angela ihn an, „und wie kommen Sie überhaupt hier herein. Und per Du sind wir schon gar nicht!“ – „Ich bin ein Weihnachtsmann, der Hauptabgeordnete für Deutschland, und mit jedem per Du“, erklärte er ruhig. „Und was Du vorher gedacht hast, das kann ich mir vorstellen, dafür braucht man nur ein bisschen Menschenkenntnis.“ – „Na, den Weihnachtsmann habe ich mir immer anders vorgestellt“, meinte Angela. „Aha so mit Rauschebart und rotem Mantel und Rentierschlitten, so trete ich manchmal für Kinder auf, aber heute habe ich es mit Erwachsenen zu tun. Und mein Rentiergespann ist viel zu langsam für das, was ich heute noch zu erledigen habe. Es wäre auch zu anstrengend, ich bin kein Tierquäler. Auch wir überirdischen Wesen gehen mit der Zeit, darum habe ich mit diese Drohne angeschafft.“ – „Eigentlich kommen Sie ja wie gerufen“, sagte Angela etwas ruhiger, „Sie können gleich den Wasserschaden hier reparieren und dafür sorgen, dass der Strom wieder funktioniert, Sie bekommen auch ein gutes Trinkgeld.“ Die Anwesenheit des Weihnachtsmannes hatte sogar eine beruhigende Wirkung auf sie. „Denkste, dafür habe ich jetzt keine Zeit und der Schaden ist die gerechte Strafe für dich. Du musst erst deine Fehler bereuen, dann komme ich wieder vorbei.“ – „Fehler, was für Fehler?“ fragte Angela empört. „Das kann ich jetzt nicht alles aufzählen“, meinte der Weihnachtsmann, entnahm seinem Koffer eine dicke Akte und drückte sie ihr in die Hand. „Das liest Du jetzt alles durch“, sagte er, „vorerst nur eines. Du benützt diese Coronaseuche, die freilich eine eklige Geschichte ist, um dir noch mehr Macht zu verschaffen, das Volk zu schikanieren und die Opposition zu unterdrücken. Du treibst mit übertriebenen Massnahmen viele Menschen in den Ruin, vor allem den Mittelstand, deswegen streiken die jetzt. Wenn schon Lockdown, dann konsequent, das hat man dir ja schon erklärt. Du wirst in nächster Zeit keine Handwerker bekommen, aber wenn Du bereust, schicke ich meine Gehilfen, die reparieren den Schaden.“ – „Ja wenn Du Deutscher bist, müsstest Du ja eigentlich meine Anweisungen befolgen…“ begann Angela etwas zögerlich. „Umgekehrt, das Volk ist dein Souverän, alle Macht geht vom Volke aus. Das steht so im Grundgesetz, das Du und dein Parlament am 18. November mindestens teilweise ausser Kraft gesetzt habt. Deswegen besuche ich jetzt alle Abgeordneten, die dem zugestimmt haben, deine Minister und noch einige andere Politiker. Haben alle einen Wasserschaden und keinen Strom. Nicht zuletzt dieser Michael Müller, der friedliche Demonstranten in der Kälte mit Wasser bespritzen liess, bei dem fliesst Eiswasser. Und bei einige Richtern werde ich auch noch aufkreuzen. Nun ihr werdet es alle gesund überleben. Das ist die Anweisung von unserem Chef, dem St. Nikolaus, der ist kein Tyrann und ich bin es auch nicht. Gleichzeitig werden meine Gehilfen die Kinder bescheren. Und nun tschüss, ich muss weiter.“ Der Weihnachtsmann verliess das Haus, bestieg seine Drohne und flog ab. Er liess Angela und ihren Joachim völlig entgeistert zurück. Angela griff nach der Akte und blätterte darin.

Den ganzen Weihnachstag besuchte der Weihnachtsmann die Deutschen Minister, die 413 Parlamentarier, die am 18. November Ja gestimmt hatten, andere Politiker und Richter, die Fehlurteile gefällt hatten. Einige sahen ihre Fehler ein und der Weihnachtsmann konnte gleich seine Gehilfen vorbeischicken und die Schäden reparieren lassen. Bei einige dauerte es tage oder wochenlang. Bei Angela Merkel weiss man nicht so genau, ob es in ihrem Haus immer noch gluckst und plätschert und Stromversorgung und Heizung nicht funktionieren. Sie hatte im Januar einige Male im Kanzleramt übernachtet, erklärte aber, sie hätte so viel zu tun. Was, das wird man sehen.

Der reale Hintergrund

 Übertriebene Massnahmen schaden dem Mittelstand, ohne dass der Virus deswegen weniger verbreitet wird. Internationale Vergleiche der Statistiken zeigen, dass Länder mit harten Massnahmen keineswegs besser dastehen als Völker, die auf Eigenverantwortung setzen:

https://www.europa-konzept.eu/aktuelle-texte/corona-comparison-internationally/

Der echte #Katastrophenfall wird die Wirtschaftskrise sein, für die die Voraussetzungen schon lange vor Corona bestanden. Auch Krisen schaden der Gesundheit der Bevölkerung, Informationen hier:

https://www.europa-konzept.eu/aktuelle-texte/corona-und-wirtschaft/

Der Mittelstand ist die Stütze der Wirtschaft und muss sich wehren. Folgenden Text habe ich VOR Corona geschrieben, inspieriert von dem Buch von Ayn Rand "Atlas wirft die Welt ab". Dieses wurde in den 50er Jahren verfasst, ist aber heute aktueller denn je. 

https://www.europa-konzept.eu/aktuelle-texte/unternehmerstreik-jetzt/