Regula Heinzelmann

16. April 2022

Das Paradies und die Peri ist ein wundervolles „weltliches Oratorium“ von Robert Schumann. Das Libretto des Oratoriums wurde nach dem Orient-Epos Lalla Rookh (1817) von Thomas Moore von Emil Flechsig und dem Komponisten übersetzt und bearbeitet.

Die Peri (persisch Fee, Elfe), Kind eines gefallenen Engels und einer Sterblichen, versucht Zutritt zum Paradies zu erlangen. Sie versucht es zuerst vergeblich mit dem letzten Blutstropfen eines tapferen, jungen Freiheitskämpfers, der versucht hatte einen Tyrannen zu töten. Dann trifft sie auf ein Liebespaar, der Jüngling ist an der Pest erkrankt und seine Geliebte bleibt trotz Ansteckungsgefahr bei ihm. Beide sterben und die Peri fängt den letzten Seufzer des Mädchens ein. Auch diese Gabe wird im Paradie nicht akzeptiert. Zuletzt bringt sie die Tränen eines reuigen Verbrechers und wird im Paradies willkommen geheissen.

Den Originaltext findet man hier:

https://www.lieder.net/lieder/assemble_texts.html?SongCycleId=9785

Diese Geschichte wollte ich schon längere Zeit illustrieren, jetzt ist sie besonders aktuell und entsprechend habe ich den Inhalt etwas umgestaltet.

Erstes Bild: Ein junger Despot führt einen Angriffskrieg, unter dem auch sein eigenes Volk leidet. Ein Widerstandskämpfer versucht, ihn mit einem Pistolenschuss zu ermorden, trifft aber daneben. Er wird von den Wächtern des Diktators selber getötet und die Peri sammelt einige Spritzer seines Blutes, um sie im Paradies als Gabe zu bringen. Das wird aber zurückgewiesen.

Zweites Bild: Einige Jahre sind vergangen. Die Peri trifft auf ein Liebespaar. Der Mann leidet unter einer schweren Krankheit, seine Geliebte bleibt bei ihm und steckt sich ebenfalls an. Beide sterben. Die Peri fängt den letzten Seufzer des Mädchens ein und versucht, damit ins Paradies zu gelangen. Aber auch diese Gabe genügt nicht für den Zugang zum Paradies.

Drittes Bild:  Wieder sind einige Jahre vergangen. Inzwischen herrscht im Land des Despoten zwar wieder Frieden, aber die Spuren des Krieges sind immer noch erkennbar. Der Diktator fährt mit seinem Gefolge über Land und gelangt in seinen Geburtsort. Dort steht unbeschädigt auf dem Hügel die kleine Kirche, in der er als Junge die Gottesdienste besucht hatte. Schon lange hegte er heimliche Zweifel, ob seine Taten, vor allem der Krieg, richtig waren, aber bisher hatte er sich seine Fehler selber nicht eingestanden. Der Anblick des Kirchleins bewegt ihn zur Reue, er schickt sein Gefolge weg und bricht in Tränen aus. Die Peri sammelt viele davon, und nun steht ihr das Paradies offen.